Bierbrauen für Blondinen

Bier brauen ist gerade heißer Scheiß. Muss ich natürlich ausprobieren. Also habe ich eine Box für PaleAle bestellt, in der „alles drin ist, was man braucht“. Und dann ging es los:

Erste Aufgabe: Maische kochen. 4 Liter Wasser brauche ich möglichst gefiltert … bis ich mit meiner haushaltsüblichen Filterkanne 4 Liter zusammenhabe, bin ich schon etwas genervt. Nun soll das Wasser auf 72°C erhitzt werden.

Das mitgelieferte Thermometer hat zum Glück oben eine Öse, so konnte ich es mit einem Drahtstückchen am Topf befestigen, damit es mir nicht alle Nase lang in den Topf abglitscht.

Maische einrühren … dann wieder erhitzen auf 65-69°C … leider ist die Temperatur nicht ausreichend gefallen, es hat immer noch 70°C … Jetzt soll die Temperatur gleichmäßig zwischen 65 und 69°C gehalten werden, eine Stunde lang. Das ist ganz schön tricky. Immer wieder muss ich den Herd an und ausschalten. Das Thermometer steigt und fällt und steigt und fällt, beim Umrühren verliere ich immer gleich 4 Grad – viel umrühren ist notwendig.

Jetzt kühlt die Flüssigkeit weiter ab bis auf etwa 25°C. Inzwischen soll ich die Gärflasche, Trichter, Stopfen und Spund sterilisieren. Dazu liegt der Box eine Art Granulat bei, das man in Wasser geben soll. Das Granulat löst sich nicht wirklich gut auf und riecht ganz schwach nach Chlor. Nach dem Sterilisieren werden die Einzelteile mit Leitungswasser abgespült –

sind sie dann noch steril? Ich weiß es nicht :o)

 

Nach einer Stunde vorsichtig das Malz aus dem Topf in ein Sieb schöpfen – das heißt jetzt „Treber“.  Dann wird die restliche Flüssigkeit langsam über den Malzhaufen gegossen, so bildet das Malz einen Filter. Danach nochmal 3 Liter erhitztes Wasser (78°C) drübergießen (langsam und vorsichtig!). Zum Schluss wird noch ein weiteres Mal alles über das Malz-Sieb geschüttet. Die fertige Flüssigkeit heißt „Würze“.

Die Würze wird nun wieder erhitzt – bis sie „leichtwallend kurz über dem Siedepunkt“ ist. Nach 10 min. kommt 1/4 des Hopfens dazu. Die Hopfenpellets riechen sehr lecker – nach etwa 20 min riecht es in meiner Küche wie früher vor der Holstenbrauerei :o(

Die Flüssigkeit ist sehr süß und schmeckt … nach … äh …. so wie abgestandenes Bier riecht. Farblich lässt es aber arg zu wünschen übrig. Nach 50min. ein zweites Viertel Hopfen und nochmal 10 min köcheln.

Nach einer Stunde schmeckt das Gebräu deutlich bitter, die Farbe würde Otto Waalkes als Popelgrün bezeichnen. Zum Glück ist es draußen ordentlich kalt, denn nun muss das Zeug runterkühlen. Zuerst bis unter 80°C, dann kommt der restliche Hopfen dazu.

Es dauert ganz schön lange, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist (unter 25°C). In die große Flasche umgießen, Hefe dazu (wie messe ich denn bitte 3g ab?). Mit dem Stopfen und dem Ventildings verstöpseln und ab damit in den Heizungskeller – 10 Tage, 18-20°C.

Nach 10 Tagen habe ich (mit freundlicher Unterstützung durch den Sohn) nun die Flüssigkeit – das „Jungbier“ – in Flaschen abgefüllt. Geschmacklich ist es schon die Richtung „schales Bier“ und es roch auch etwas nach Kneipe am frühen Morgen. Damit sich Kohlensäure entwickelt, kommt in jede Flasche etwas Zucker. 

Oben einen Kronkorken draufgemacht und jetzt soll das nochmal drei Wochen vor sich hinreifen. Ich habe etwas Sorge, dass ich es mit der Füllmenge nicht so hingekriegt habe – nicht dass es im Keller einen Knall gibt. Wir beobachten das mal :o)